Zwangsbetreuung im Gleicheitswahn

SEITE
Verstaatlichung:
Verblöden, seelisch verarmen und dumm aussterben
von Jan Edel

Mehr staatliche Betreuung bringt auch mehr Steuergeld ein. So einfach wird in der Politik gerechnet. Jedes Kind, das staatlich betreut werden muss, legitimiert den Staat auch wieder zu höheren Steuerforderungen. Diese treffen besonders die Fami-lien mit mehreren Kindern. Durch höhere Steuerlast werden diese wiederum ge-zwungen, ihre Kinder ganztags fremd im Kollektiv betreuen zu lassen, um selbst wie-der dem Brot- u. Steuererwerb nachgehen zu können. Ein geschlossener Teufels-kreis.

Es ist eine nationale Katastrophe, die offenbar von Politikern gewünscht und nur noch von abgesicherten Akademikern durchschaut wird. Diese haben selten Kinder und lassen die Politik gewähren.

Gern kommt man dem Wunsch der Bevölkerung nach Gemeinschaft entgegen und nennt es Gemeinschaftsbetreuung oder euphemistisch: Gemeinschaftsschule. Im Gleichheitswahn sollen alle Kinder unter ein Dach, am besten ganztags und alterna-tivlos. Süffisant wird hinzugefügt: Wie in einer richtigen Familie.

Dass dadurch immer mehr Kinder – viele sind es ja nicht mehr – ihrem Elternhaus und Eltern ihren Kindern entfremdet werden, scheint keinen zu stören. Die Verwahr-losungsfälle nehmen also merklich zu und werden wiederum zum Anlass genommen, dem Trend zur staatlich dominierten Pflichterziehung und -bildung Vorschub zu leisten. Für Pflichtbetreuung im Kollektiv können endlich gesetzliche Grundlagen geschaffen werden. Deutsche Gründlichkeit. Übrig bleibt der gesetzliche Zwang zu versagenden Stiefeltern: Vater Staat, pleite, asozial, autoritär und nun noch einengend, überbehütend, gewaltig. Als wenn die finanzielle Abhängigkeit der Familien nicht ohnehin schon keine andere Wahl ließe.

Aber Familien brauchen für Kinder Zeit, finanzielle Wertschätzung, Möglichkeiten und Angebote. Auch hochwertige Ganztagseinrichtungen müssen natürlich zur Nutzung freistehen. Nur: Staatliche Zwangsbetreuung per Krippe, Tagesstätte und Ganztags-schule kann niemals bieten, was Eltern seit je her für ihre Kinder geleistet haben. Das Resultat sind katastrophale Zustände in gesetzlich wie steuerlich erzwungener Kollektiverziehung und -bildung. Soviel zur Kindheit und Jugend.

Auf eine kurze Formel gebracht heißt das: Der Staat zermürbt unmerklich sein Volk und saugt es aus. Einer blinden Gleichheitsutopie verfallen lassen die Chefideologen die Bevölkerung verblöden, seelisch verarmen und letztlich dumm aussterben.

Gleich zu sein unter Gleichen

das läßt sich schwer erreichen:

du müsstest ohne verdriessen,

wie der Schlechteste zu sein dich entschliessen. (Goethe)

© Jan Edel, Oktober 2006